Monday, March 13, 2006

Thema I: Farben-Verbot

Es ist soweit. Venezuela hat eine neue Flagge. Und der Nick hat seinen eigenen Blog. Nicht dass ich mich jetzt mit dem Herrn Chavez, also der ist der Präsident von Venezuela und verantwortlich für die neue Flagge, vergleichen will, aber ich dachte mal, dass die beiden Meldungen etwa die gleichen weltpolitischen Auswirkungen nach sich ziehen werden. Manch einer wird sich fragen wieso denn jetzt auch der Nick seinen Blog braucht. Ganz einfach: Das musste einfach sein. Es gibt viele viele Themen über die es zu berichten gilt. Es gibt viele viele Zustände die es zu ändern gilt. Ich werde mich hier dafür einsetzten. Deshalb wurde auch gleich ein sehr provokatives Thema für den ersten Post auf diesem Blog ausgewählt. Hässliche Kleidung. Und ich rede hier nicht von neuen Modetrends. Noch von alten Modetrends. Oder gar von Modetrends die nie ein Trend waren. Auch geht es hier nicht um Ansichten oder Meinungen. Nein es geht um hässliche Kleidung. Kleidung die einfach niemand freiwillig anziehen kann. Ich rede auch nicht von Randgruppen. Randgruppen sehen sich gerne als Randgruppen. Deshalb stellen sie sich mit Ihrem Outfit ins Zentrum damit man sie auch als Randgruppen wahrnimmt. Dass dabei die Outfits dementsprechend polarisierend ausfallen ist die logische Konsequenz und deshalb auch kein interessantes Thema für diesen Bericht. Nein ich prangere hässliche Kleidung an. Dafür muss sich einzig und allein die Kleiderindustrie verantworten. Gewisse Stücke dürften einfach erst gar nicht produziert werden. Aber wie gesagt, es geht hier nicht um Geschmack und den Schnitt einzelner Stücke. Hier geht es vor allem um Farben. Es gibt so schöne Farben auf dieser Welt. Es gibt kräftige Farben, leuchtende Farben, dezente Farben, warme Farben, kühle Farben und vieles mehr. Es gibt so viele schöne Farben und trotzdem kommen Produkte in den Handel deren Farbe man als kotzegelb, Gras wiedergekäut oder abwasserblau bezeichnen muss. Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber diese Farben stehen niemandem. Für diese Produkte gibt es keinen Markt. Ein jeder der sich in solchen Farben kleidet sieht damit halbtot, fahl und blass aus. Die einzigen Ausnahmen machen hier wohl Surfer- und Sunnyboys wie Brad Pitt und Company an denen alles gut aussieht. Alle anderen wirken damit einfach nur wie eine Stange Bier die man ein paar Tage stehen lässt. Abgestanden. Nun ist ja das Problem, dass solch widerliche Produkte auch tatsächlich gekauft werden. Hier spielt der Geschmack ebenfalls keine Rolle. Denn Leute die diese Produkte kaufen denken anders. Es sind Leute die Kleidung als reines Zweckprodukt erachten. Das heißt, dass sie in der Kleidung nur deren Nutzen, also Funktionen wie Wärme, Abdeckung von Intimitäten u.ä. sehen. Diese Kategorie Mensch probiert ein benötigtes Kleidungsstück an, schaut ob es sitzt und wenn der Preis okay ist kaufen sie es. Farbe egal. Diese Menschen gehen jetzt also einkaufen. Oft in Hosen ohne Gürtel. Oft mit schwarzen Schuhen und weißen Socken. Dabei vertrauen sie, dass die Modehäuser eine adäquate und saisongerechte Auswahl bereithalten. Und hier steckt das Problem. Die Modehäuser nehmen ihre Verantwortung nicht wahr. Sie verkaufen Produkte die so nie in die Öffentlichkeit gelangen dürften. Ich behaupte ja jetzt, dass die beschriebene Kleidung auf bieder wirkende und unsichere Menschen eine gegenseitige magnetische Anziehung ausübt. Genau die Personen die kräftige Farben also am dringendsten benötigen erhalten einen erneuten Ausweg in die Trostlosigkeit in dem die Kleiderindustrie ihre Farbexperimentier-Unfälle verkaufen darf. Eigentlich müsste es eine Farbenpolizei geben welche die Modehäuser kontrolliert und auch Leute auf der Strasse herauswinken darf welche zu sehr an tote Mauerblümchen erinnern. Diesen Leuten würde dann ein Total-Makeover à la Arabella verpasst werden. Ja so wäre das wenn ich hier das sagen hätte.

3 Comments:

Anonymous Anonymous said...

oje, da scheint ja jemand definitiv zu viel freizeit zu haben. und da ich im moment ebenfalls zu viel dieses süssen gutes habe, antworte ich sogar noch auf diesen, vermutlich im bierrausch, geschriebenen text. was die farben angeht muss ich allerdings zustimmen, wichtig zu erwähnen wären aber auch die schnitte, die irgendwie immer mehr darauf abzielen, die menschen so unförmig wie möglich aussehen zu lassen, und bei denen ein erklärtes ziel das nicht als einzelstück zu tragendes objekt mit möglichst vielen grausligen asscessoirs (schreibt man das so?) zu kombinieren. Soweit meine meinung, nun muss ich mich intellektuelleren themen zuwenden.
notiz an den verfasser: weile am freitag in bern, lust auf ein feierabend bier? lieber gruss aus basel

12:57 PM  
Anonymous nadia said...

mit dem textinhalt hast du genau ins SCHWARZE getroffen - und zwar KRÄFTIG. witzige schreibweise. interessanter blickwinkel. genau mein STIL.

10:53 AM  
Anonymous Anonymous said...

da ich selber keine meinung zu diesem eintrag habe, habe ich mich ein bisschen umgehört was die bewohner von st. gallen oder saint city so dazu meinen. der zwei franken bruno findet, dass die welt für ihn früher auch zu farbenarm gewesen sei, sie sich aber dank einer bunten mischung aus fröhlichen medikamenten und und spirituosen nun in ein farbenkarrussel verwandelt hat. die svp reagierte auf die farbendiskussion empört. christoph mörgeli hat dann auch sofort eine privatkampagne gestartet um die farben weiss und rot zu kaufen, damit gewährleistet wird, dass diese farben nie mehr für etwas anderes als das weisse kreuz auf rotem grund gebraucht werden. ganz anders die sp. diese wollen ein staatliches förderungsprogramm für farbenbewusstsein und farbologie einrichten und erhoffen sich dadurch einen langfristigen wirtschaftlichen aufschwung. was die grünen zur farbenthematik halten ergibt sich glaube ich von selbst.
N. Udist hat mir gesagt, dass kleider sowieso etwas überflüssiges seien. diese meinung wurde vom ex der frau Hibi Tionist bestätigt.
m. ruesch oder mario r. kam im gespräch immer wieder vom thema ab und sagte nichts konkretes dazu. meiner meinung nach ist diese person bei den farben und auch ganz allgemein in die kategorie blass und langweilig einzuordnen.
so dass waren die meinungen von dem osten der schweiz. ja liebe berner die schweiz hört nicht bei winterthur auf und st. gallen besteht nicht nur aus olma und bratwürsten. so haben wir hier auch unseren fcsg (schweizer meister 1904 und 2000) und einen grossteil der politischen elite der schweiz (toni brunner, jasmin hutter, hildegard fässler, pia hollenstein, ) und carmen fenk (musicstar).
als nächstes thema schlage ich vor: geld oder macht, was wollen die frauen von uns männern?

2:27 PM  

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